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Ich heisse Judit, ich bin Fusspflegerin.

Wenn mich jemand vor 15 Jahren gefragt hätte, was eine Fusspflegerin macht, hätte ich ziemlich unsicher geantwortet, dass sie die Fussnägel der Gäste lackiert. Damals bedeutete Fusspflege für mich die tägliche Fusshygiene und das eventuelle Schneiden der Nägel. Erst nach dem Geburt meiner Kinder ist mir klar geworden, dass mit den Füssen auch die Probleme kommen. Immer öfter hörte ich Sätze, wie: “ich bin gegen etwas getreten”, “es blutet”, “es ist abgebrochen”, “es ist lila”, “schaut das nicht so aus, wie die Warze vor zwei Wochen?”, “ich habe es gar nicht angefasst”, “da ist eine Blase”, “die Schuhe reiben meine Fersen”, usw. Wenn einer der Kinder Probleme mit den Füssen hatte, kamen sie zu mir, zogen die Socken aus, und fragten: “Mutti, kannst du dir meinen Fuss ansehen?”. Sie haben erwartet, dass ich gleich etwas tue und das Problem löse. Anfangs habe ich mich noch von Experten beraten lassen, aber nach einer Zeit griff ich nur nach dem Desinfektionsmittel, nach der Schere, ich suchte Pflaster, ich schnitt ab, pinselte, entfernte, bindete ein, und die Füsse heilten. Zu dieser Zeit habe ich angefangen, mich für Fusspflege zu interessieren, was natürlich viel mehr ist, als Nägel zu lackieren. 2017 nahm ich an einem Handpfleger-Kurs teil, aber statt künstliche Fingernägel aufzusetzen, interessierte ich mich für Fusspflege. Ich habe meinen Plan, Fusspflegerin zu werden, auch nicht losgelassen, als wir in die Schweiz gezogen sind, deshalb habe ich die Schule von Werner Grossman gewählt, wo ich i2020 erfolgreich den Fusspfleger-Kurs abgeschlossen habe. Ich möchte, dass meine Gäste sich mit dem gleichen Vertrauen an mich wenden, als meine Kinder damals. Und ich würde auf die Fragen, wie “Judit, würdest du dir meine Füsse ansehen, kannst du sie in Ordnung bringen?” oder “Hast du eine Idee, was man mit meinen Füssen machen könnte?” einfach nur antworten: “Natürlich, komm vorbei, mal sehen, was ich machen kann. Ich erwarte dich herzlich!”